Aug 22, 2009

Design, Bier, Radfahren, Melancholie

Man was ein Tag...
Am besten fängt man beim gestrigen Tag und Abend an.
Gestern hat sich herausgestellt, dass die dänische Bürokratie ähnlich langsame Mühlen hat wie die deutsche. Nachdem ich früh morgens - also für meine Verhältnisse - aufgestanden bin und bei der Staatsverwaltung war um meine residence permission zu beantragen wurde mir mitgeteilt, dass ich in 3 Wochen einen Brief bekomme. 3 Wochen ... man man man, aber so scheint Bürokratie nun mal auf der ganzen Welt zu funktionieren. Im Anschluss an diesen tollen Ausflug in die Welt der Schreibtischhengste hab ich mich mit Matthias und Pia getroffen und bin mit den beiden durch die Innenstadt gezogen. Auf der Liste standen diesesmal die Schlösser Rosenborg und Amalienborg genauso wie die lille havnfru - die kleine Meerjungfrau - und der kopenhagener Hafen. Nachdem wir uns durch
Massen an deutschen Touristen, die von der Aida genau zeitgleich mit uns zur kleinen Meerjungfrau gekommen waren, durchgekämpft hatten damit Matthias sein so gewünschtes Foto machen konnte, hab ich mich verabschiedet und bin mit nem Sixpack zu Lena gefahren. Nach ein paar Bier gings dann weiter zur Abschlussausstellung der DKDS - Danmarks Designskole - die wirklich gelungen war. Es waren viele gute Ideen und schöne Sachen dabei. Vorallem hat mich die Spannbreite des gezeigten erstaunt. Von Mode- über Illusrations-, Produktions-, Industrie-, Möbel-, Glas-, Produkt-, Editorialdesign bis hin zu Architekturprojekten wurde alles gezeigt was die diesjährigen Absolventen der DKDS als Abschlussarbeit gemacht haben. Danach gings wieder zu Lena und daraus resultierte der leichte Kater den ich heute Morgen verspürte.

Um 12 Uhr, irgendwann kurz nach dem Aufstehen, war das Wetter sowas von bombastisch dass ich mein Rad den Auslauf gönnen wollte und bin bis nach Dragør geradelt. Dragør ist ganz im Süden auf Amager, der Insel auf der ich lebe. Die Route ist sehr schön, da man am Meer entlang radeln kann und schöne Ausblicke auf den Øresundkanal und die Brücke hat. Ich muss mich nur erst noch an den extremen Wind gewöhnen der immer so die Richtung dreht, dass er immer genau von vorne kommt.





Der Rest des Tages war geprägt vom ziemlichen Fertig-sein und einer ausgeprägten Melancholie. Langsam realisiere ich dass ich hier bin, wirklich und leibhaftig. Mit diesem Verständnis wird einem aber auch bewusst was man alles zurückgelassen hat, das Resultat: Heimweh, Unsicherheit, Melancholie. Es war klar dass es irgendwann soweit sein würde und das gehört auch dazu. Deswegen Arschbacken zusammenkneifen und durch die Mitte durch, den Blick immer nach vorne. Schöne Grüße an euch alle.


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