Sep 4, 2009

Statens Museum for Kunst - stille Ecken

Ich komme gerade von meinem Besuch im Statens Museum for Kunst - dem dänischen Kunstmuseum - zurück und ich muss sagen ich bin mehr als beeindruckt. Vorweg nicht wegen der Sammlung. Die Sammlung ist interessant, aber leider nichts was man nicht schon unzählige Male auch wo anders gesehen hat. Und sie ist mir bei weitem zu auseinander gerissen und konfus gemischt; Schwerpunkte wären mir lieber. Naja, aber die Sammlung und die Architektur des Gebäudes ergeben schon ein schönes Bild, so ist es ja nun auch nicht.
Aber was hat mich dann so beeindruckt, was hat mich so vom Hocker gehauen dass ich gleich nachdem ich nach Hause gekommen bin euch hier nen Eintrag hinterlasse?
Momentan wird dort eine Rauminstallation des britischen Künstlers Mike Nelson gezeigt. Diese Installation muss man sich als eine Anordnung geschlossener Räume, durch die man schreitet, im großen Ausstellungsraum an sich vorstellen.
Durch eine Tür verlässt man die white-cube-Atmosphäre des Ausstellungsbereichs und betritt eine fast normalen Raum. Er wirkt wie ein kleines Zimmer einer normalen Wohnung. Alles ist alt, der Boden abgelaufen, die Wände leicht vergilbt, das Mobiliar retro und es wirkt zurückgelassen, nciht bewusst arrangiert. Man hat das Gefühl als dürfe man sich hier nicht befinden, als würde man einen privaten Raum betreten. Durch alte Türen geht es dann weiter auf einen Flur von dem aus mehrere geschlossene Türen in andere Räume führen. Alle Räume sind offen und begehbar, es gibt keine Aufseher, keine Schilder nur diese Räume mit ihren ganz einizigartigen und speziellen Atmosphären.

Das Kernstück bildet ein runder Raum - und dieser Raum hat mich fasziniert.




Dieser runde Raum mit den orangenen Wänden, einer hellen, warmen Lampe, strahlt eine ganz eigentümliche Stimmung aus. Diese Stimmung verursachte erstmal dass ich mich hinsetzte, auf den Boden und sie auf mich wirken ließ. Es herrscht eine ungreifbare Stille, die Geräusche der Außenwelt erscheinen wie aus einer anderen Welt, als würde man sich in einer Art Parallelwelt befinden. Auch Zeit scheint keine Rolle mehr zu spielen. Je länger man dort sitzt, von Stille umhüllt, alleine, desto mehr kommt man zur Ruhe. Ich hab mich sowas von wohl gefühlt in diesem Raum. Als ich dann wirklich zur Ruhe gekommen war, merkte ich dass mit der wachsenden Stille nicht nur die Außenwelt weiter verdrängt sondern die Innenwelt in einem selber größer wird. Meine Gedanken wurden greifbar und es trat eine bisdahin ungewöhnliche Klarheit meiner Gedanken ein.
Fazit: Ich saß ungefähr 90 Minuten alleine in diesem Raum und hab nachgedacht und geschrieben. Ich bin immernoch fasziniert!
Das musste ich euch einfach berichten weil es mich irgendwie wirklich beeinflusst hat.




No comments:

Post a Comment